Freitag, 22. März 2013

Mauerwerk in Herrenberg: neues Trendrestaurant, neue Kulturbühne in der schwäbischen Kreisstadt

Mauerwerk Herrenberg: Bar und Restaurant
Im Februar 2012 fand im Gebäude Hindenburgstraße 22 in Herrenberg eine letzte evangelisch-methodistische Messe statt. 1879 erbaut, war das Gotteshaus hinter dem dicken Backsteingemäuer bislang dem Gebet und der Andacht vorbehalten – und jetzt, gerade einmal ein Jahr nach der Schließung, trifft sich wieder eine "Gemeinde" in dem Objekt: Genießer guter regionaler und internationaler Speisen sowie Kulturfans aus der Gegend rund um Herrenberg (Landkreis Böblingen) und hoffentlich bald schon darüber hinaus.

Im März 2013 öffnete das "Mauerwerk" seine Türen in der früheren Kirche. Komplett in privater Eigenregie initiiert, umgebaut und jetzt geführt von dem örtlichen Werbe-und Online-Unternehmer Heinz Stoll und seinem Sohn Johannes Stoll. Mauerwerk steht für "Kultur genießen" und ist eine neue private Kulturbühne in Herrenberg mit angeschlossenem Restaurant-Bar-Betrieb.

Das exzellent und mit viel Perfektion neu errichtete Lokal und der Saal des Mauerwerks stehen darüber hinaus Unternehmen für Incentives und Meetings sowie privaten Festgesellschaften (Hochzeiten, Geburtstage, Kommunion) zur Verfügung. Durch die Kombination mit der Küche kann und wird das Mauerwerk-Team hier besonders attraktive Menü- oder Büffetvorschläge und Event-Arrangements unterbreiten. 

Vorbildliches Bürgerengagement. Die Herrenberger und eigentlich alle Kulturfreunde im Großraum Stuttgart müssen Vater und Sohn Stoll dankbar sein. Denn so ein innovatives Projekt alleine privat zu stemmen, zeugt von echtem Unternehmergeist, aber auch von besonderem gesellschaftlichen Engagement und Verantwortung fürs Gemeinwohl. Nicht unerwähnt lassen wir in diesem Zusammenhang die Architektin Heike Brumme, den Tragwerkplaner Thomas Mohr und den Kunstschreiner Rolf Galster aus Gottmadingen. Das kreative Trio besorgte in Rekordzeit federführend die Bauleitung, die Statik und das Interiordesign, das alte Elemente mit modernem Mobiliar verbindet.

Bühnenprogramm von Kabarett bis Rock, von Schwaben-Comedy bis Lesung

Chapeau! Anderswo werden Kulturhäuser dicht gemacht oder das Programm ausgedünnt – und in Herrenberg startet eine neue, hochkarätige Veranstaltungsreihe für Jung und Alt. Und dann noch in einem historischen Gebäude mit Stil und Wohfühlatmosphäre. Man mag gar nicht daran denken, was dort sonst entstanden wäre: wieder ein Büro- und Ladengebäude, ein Ärztehaus, ein Lebensmittel-Discounter?

Als Programm-Geschäftsführer zeichnet Johannes Stoll (27) verantwortlich. Er setzt vorerst auf Künstler aus den Bereichen Theater, Comedy und Kabarett, ebenso auf Livebands und interessante Menschen mit spannenden Themen aus Literatur und Kultur. Sein Konzept beschreibt er so: „Mit dem Programm wenden wir uns nicht an eine spezielle Zielgruppe, sondern wollen versuchen, ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Wir hoffen, dass jeder im Mauerwerk eine Veranstaltung findet, die ihm gefällt".

Was geht ab die nächsten Wochen? Alleine bis Juli 2013 sind schon 24 Veranstaltungen gesetzt, darunter Top-Acts wie die Sängerin Dacia Bridges, der Stuttgarter „Caveman“ Martin Luding, Schwaben-Kabarettist Klaus Birk, Comedian Topas und die Band "stereo.pilot". Außerdem gelang es Johannes Stoll den Pianisten und Produzenten Martin Johnson für eine exklusive Konzertreihe zu gewinnen, bei der dieser mit wechselnden Musikern die Mauerwerk-Bühne bespielt. 

Mauerwerk-Bühne: 130 Sitzplätze und Club-Atmosphäre
Der Veranstaltungsraum im Mauerwerk liegt im hinteren Teil des Gebäudes und bietet 130 Gästen einen Sitzplatz, stehend werden rund 200 unterkommen. Johannes Stoll hat im Theaterhaus Stuttgart gelernt und einige Jahre dort im Veranstaltungsmanagement gearbeitet. Das sieht man dem Premieren-Programm deutlich an. Dies muss kein Fehler sein, denn die Stuttgarter Kulturinstitution "tut" ja so – trotzdem wäre es schön, im Mauerwerk entstünde ein eigene Themenlinie, vielleicht mit Besonderheiten, die es nirgendwo sonst im Großraum Stuttgart gibt.

Regionales und Weltküche auf den Tellern

Der Gastronomiebetrieb in dem Herrenberger Kulturhaus läuft auf zwei Ebenen: Während unten – mit der neuen Terrasse (50 Plätze) – hauptsächlich Bar, Café und der tägliche Mittagstisch angesagt sind, befindet sich auf einer Galerie das Restaurant mit großen Tischen

Küchenchef Karsten Philipp und sein junges Team bieten schwäbische Gerichten sowie feine Speisen aus Asien und dem Mittelmeerraum. Die Auswahl setzt auf Klasse statt Masse, für jeden ist etwas dabei: ob Zwiebelrostbraten, Thai Curry Wok mit Garnelen, Caesarsalat, Venezianische Brotsuppe oder Dreierlei Bruscetta.

Die wenigen Standardgerichte garantieren Frische und Qualität der Produkte. Karsten Philipp: „Geplant ist, dass wir die Karte saisonal wechseln oder ergänzen. Uns wird hier, was die Gestaltung angeht, ein großer Freiraum eingeräumt, so dass wir immer wieder etwas Neues probieren werden." 

Zwei Ebenen, viel Licht und Kunstobjekte: Mauerwerk Restaurant, Herrenberg

Mit Stil: Alte Backsteinmauern und die über beide Stockwerke reichenden Sprossenfenster schaffen eine außergewöhnliche Atmosphäre im Mauerwerk-Gastrobereich. Restaurantleiter Jens Fecker beschreibt, was jedem Gast auffällt: „Es ist nicht zuletzt das Ambiente, das das Mauerwerk besonders macht. Stein und Stahl sind eher kalte Komponenten. Doch in Verbindung mit viel Holz wie dem dunklen Akazienboden strahlt der Raum eine warme und einladende Atmosphäre aus.“

Fecker, der zugleich Ausbilder für Restaurantfachleute im Mauerwerk ist, hat sich während der Umbauarbeiten mit eigenen Ideen eingebracht und beispielsweise die Theke im Barbereich geplant. Stolz ist er auf das Getränkeangebot (auch Cocktails werden offeriert!), und hier besonders auf die Weine. Insgesamt 45 Positionen können bestellt werden, in der Flasche oder offen. Die zehn "Offenen" sind gut zusammengestellt: bei den Weißweinen dominieren Pfalz und Baden, bei den Roten lockt aber auch ein Merlot aus Frankreich oder ein Tempranillo aus Spanien.

Nette Idee: Das Mauerwerk in Herrenberg bietet seinen Gästen sein eigenes, naturtrübes Lagerbier an, den „Mauerzwerg“. Hergestellt und abgefüllt wird es von der kleinen Brauerei Schimpf in Remmingsheim. Ansonsten vertraut man auf die Gerstensäfte der Böblinger Braumanufaktur Schönbuchbräu. Ein Vorab-Lob vergeben wir schon an die separate Whisky-Karte, auf der derzeit 12 Varianten gelistet sind, und die alkoholfreien Fritz-Getränke.



1879 als Kirche erbaut, jetzt Restaurant und Kulturhaus
Mehr über die Entstehungsgeschichte des Mauerwerks und die Programmgestaltung erfahren Sie in Kürze hier in einem zweiten Redaktionsbeitrag. Auch das Restaurant und die Speisen-Qualität werden wir für Sie in einigen Wochen einem Praxis-Test unterziehen.


Mauerwerk – Kultur genießen: Hindenburgstraße 22, 71083 Herrenberg (Landkreis Böblingen), Telefon (07032) 95 53 28-0. www.mauerwerk.de

Öffnungszeiten Restaurant: So-Do 11.30 bis 24 Uhr und Fr-Sa 11.30 bis 1 Uhr, durchgehend warme Küche.

März 2013. Frank Bantle/Redaktion mag21
Copyright Fotos: PR/Mauerwerk, Archiv mag21

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