Freitag, 14. Oktober 2011

Klinikum Ludwigsburg: Gefäßzentrum ist spitze - neue Auszeichnung für interdisziplinäre Zusammenarbeit


Gefäßerkrankungen sind im Vormarsch. Von der im Alter zunehmenden Gefäßverkalkung – auch Arteriosklerose genannt - sind in der Regel alle Arterien des Körpers betroffen. Dies kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Beinamputation führen. In Deutschland gibt es rund 250.000 Patienten mit Beinamputationen. Durch Studien ist aber belegt, dass sich die Amputationszahlen durch die rechtzeitige Einbeziehung eines Gefäßchirurgen und die anschließende gute Zusammenarbeit der einzelnen mitbehandelnden Fachdisziplinen deutlich senken lassen. Dies gilt insbesondere für Diabetiker mit Durchblutungsstörungen.

In der gefäßchirurgischen Klink am Klinikum Ludwigsburg (Landkreis Ludwigsburg) ist man für diese Entwicklung gut gerüstet. Gerade die Kooperation der Fachdisziplinen wie Gefäßchirurgie, Radiologie, Kardiologie, Nephrologie und Neurologie in der Behandlung von Gefäßpatienten klappt hier hervorragend. 

Prüfsiegel "anerkanntes Gefäßzentrum" erneut vergeben
Unabhängige Prüfer haben der Klinik für Gefäßchirurgie mit seinen Kooperationspartnern erneut eine ausgezeichnete Arbeit attestiert und das Gefäßzentrum zertifiziert. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin überreichte das aktuelle Prüfsiegel „anerkanntes Gefäßzentrum“ im Oktober 2011 an den Ärztlichen Direktor Privatdozent Dr. Johannes Gahlen und sein Team.

Neben den guten Noten für die fachübergreifende Zusammenarbeit wurde von den unabhängigen Gutachtern auch die technische Ausrüstung als exzellent bewertet. „Die Überreichung des Prüfsiegels als anerkanntes Gefäßzentrum bestätigt nicht nur die hochqualifizierte gefäßmedizinische Versorgung der Patienten, sondern auch  die reibungslose Zusammenarbeit der Experten innerhalb der Klinik“, freut sich Dr. Johannes Gahlen über die erneute Zertifizierung.

Von links nach rechts: Regionaldirektor M. Ziegler, Oberarzt W. Staiger und Privatdozent J. Gahlen, Ärztlicher Direktor der Ludwigsburger Klinik für Gefäßchirurgie

Im Gefäßzentrum Ludwigsburg wurden im vergangenen Jahr über 1.600 Operationen und etwa 4.000 Katheterbehandlungen am Gefäßsystem durchgeführt. Darüber hinaus ist die Spezialisierung mit der Einführung neuer Operationstechniken weiter erfolgreich vorangeschritten. Wichtig war hierbei der im Sommer 2011 erfolgreich in Betrieb genommene Hybrid-Operationssaal. Er stellt die Verbindung eines modernen Operationssaals mit einer Hightech-Röntgenanlage dar. 

Modernste OP-Methode bei Aussackung der Hauptschlagader
Durch diese Verbindung herkömmlicher Operationsmethoden mit neuesten Methoden bildgebender Verfahren haben moderne, schonende Behandlungsmethoden einen direkten Weg in den Operationssaal gefunden. Dies kommt insbesondere den Patienten zugute, die an einem so genannten Aortenaneurysma leiden. Diese Aussackung der Hauptschlagader, die jederzeit platzen kann und deshalb lebensbedrohlich ist, kann in den meisten Fällen nur durch eine Operation beseitigt werden - früher musste in vielen Fällen eine große Brust- oder Bauchoperation durchgeführt werden. 

Auf diesem Wege ist es jetzt sogar möglich Hauptschlagadern für Niere Darm und Leber wieder anzuschließen. Mitte 2011 ist diese Behandlungsmethode erfolgreich im Hybrid-OP des Klinikums Ludwigsburg und erstmalig im Großraum Stuttgart durchgeführt worden.

Oktober 2011. Redaktion mag21
Copyright Foto: Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH

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